Machen wir uns Gedanken, wie die Prägung eines Menschen entstehen könnte, realisieren wir, dass diese atmosphärisch stattfinden muss, da sie auf das erste Lebensjahr zurückgeht; und so können wir uns das vorstellen:
Der Säugling ist auf die Präsenz der Mutter angewiesen und auf ihre Freude, mit ihm zu sein. Ihr Lächeln ist es, was ihm Sicherheit und Halt gibt.
Wäre die Mutter z.B. gestresst, könnte sie ihrem Kind die Freude nur begrenzt zeigen, und das hätte zur Folge, dass dieses Kind mindestens Schuldgefühle, vielleicht auch Minderwertsgefühle entwickeln würde, die sich tief in seiner Psyche eingraben müssten.
Der Vater oder andere Bezugspersonen können in dieser frühen Zeit zur Bemutterung beitragen.
Aus den Erlebnissen und Gefühlen des ganz kleinen Kindes entstehen im Laufe des ersten Lebensjahres innere Bilder, die wir Prägung nennen:
Ein inneres Bild für die Mutter, eines für den Vater, eines für die Befindlichkeit des Kindes selber und weitere Bilder für andere Familienmitglieder.
Diese Prägungsbilder sind noch weitere 2 Lebensjahre modifizierbar.
An diese Bilder sind Glaubenssätze gekoppelt, die zusammen mit den Bildern aus der Tiefe der Psyche unser Leben organisieren.
Jedes Kind liebt seine Eltern bedingungslos und fühlt sich schuldig, wenn es den Eltern nicht gut geht, auch wenn das nicht logisch ist.
Ein häufiger Glaubenssatz, der aus den Schuldgefühlen entsteht, ist folgender:
„Ich habe es nicht verdient.“
Mit so einem Glaubenssatz kann sich weder ein dauerhaftes Glück noch ein dauerhafter Erfolg einstellen. Ereignisse werden angezogen und sorgen dafür, dass dem so ist und dass es so bleibt. Dabei spielt es keine Rolle, was wir uns vornehmen.
Als Folge davon verläuft das Leben in entsprechenden Bahnen.
Sobald man etwas ändern möchte, melden sich Schuldgefühle und/oder Aengste.
Wie können wir es ändern?
Wir alle haben schon erlebt, dass wir uns etwas vornehmen, um früher oder später wieder in der alten Erfahrung zu landen.
Die Bilder im Unbewussten sind schlussendlich stärker als unser Wollen.
Ganz extrem zeigt sich das bei den Süchten, welche kompensative Reaktionen auf die vorhandenen Prägungen sind.
Schon lange hat man in der Suchttherapie erkannt, dass hier mit dem Willen und mit dem gesunden Menschenverstand sehr wenig auszurichten ist. Worte und Gedanken greifen kaum in die tiefen Schichten, in denen die Prägungen und die Glaubenssätze angesiedelt sind.
Was in Bildern gespeichert ist, kann nur durch entsprechend tief greifende Arbeiten verändert werden.
Ebenfalls kann dies durch das Leben selbst geschehen, indem man sich darauf einlässt und Erfahrungen sammelt, was jedoch mit langen und oft schmerzhaften Prozessen verbunden ist.
Es gibt Menschen, die mit ihrer mentalen Kraft viele Veränderungen bewirken können. Verdrängen sie dabei ihr wahres Befinden, kann es zu massiven Rückschlägen kommen, da sich die Bilder und Glaubenssätze wieder durchsetzen.
Eine sehr effiziente, tief greifende Arbeit für diese Thematik ist das Aufstellen von Familien.
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